Ein „Bündnis türkischer Bürger“ in Völklingen hat am Montagabend Bürgermeister Wolfgang Bintz eine Liste mit rund 850 Unterschriften gegen zunehmende Ausländerfeindlichkeit in der Hüttenstadt übergeben. Rund 4800 Menschen ausländischer Herkunft aus über 80 Nationen leben in der Mittelstadt mit 40000 Einwohnern. In einem Schreiben, das der Saarbrücker Zeitung vorliegt, wiesen die Vertreter des bis dato unbekannten Bündnisses auf Vorfälle in der jüngsten Zeit hin. Sie berichteten davon, dass auf dem Fußballplatz von Ay Yildiz, dem türkischen Verein in Ludweiler, Hakenkreuz-Schmiereieren bezeugten, dass Türken nicht gerne gesehen werden. In Lauterbach habe das Auto einer türkischen Familie gebrannt. Auch sei der Satz von Jugendlichen gefallen: „Erst das Auto, dann das Haus.“ Einige Familien, die im Völklinger Stadtteil Heidstock lebten, würden seit einiger Zeit massiv bedroht und angegriffen. Schwer wiege auch die Erinnerung an die Brandnacht im vergangenen Jahr. Drei Häuser, die ausschließlich von ausländischen Mitbürgern bewohnt wurden, waren von Unbekannten angezündet worden. Bis heute hat die Polizei die Täter nicht finden können. Das bestätigte gestern Axel Busch, Leiter der Polizeiinspektion Völklingen. Die Kriminalinspektion des Saarlandes hatte damals in alle Richtungen ermittelt. Dennoch gebe es in Völklingen im Gegensatz zum Köllertal oder zum Raum Saarlouis keine organisierte rechte Szene, sagte Busch weiter.
Das Bündnis hatte auch auf Drohbriefe hingewiesen, die in Umlauf seien. Busch bestätigte, dass ihm drei bis vier solcher Briefe bekannt seien. Inhaltlich seien dies aber eher Schmähbriefe. Auch Bürgermeister Wolfgang Bintz hatte einen solchen Brief erhalten. Er sagte, er nehme das „Gefühl der Angst“ der Betroffenen ernst und bot ein weiteres Gespräch an. red
Quelle: Saarbrücker Zeitung
In die Kategorie Eigenlob stinkt und stinkt um so mehr, wenn die Fähigkeit zum Reflektieren abhanden gekommen ist, fallen folgende Funde zum Wochenende in Köln auf, die awardverdächtigt sind:
„der Erfolg dieses Wochenendes geht ganz klar an die Antifa“und mit ein paar hübschen Erinnerungsbildern für das Poesie-Album.
von schlechten Eltern ist folgende Parole – glaubt man nala – die auf der Vorabenddenmo gerufen worden sein soll auch nicht:
„RAF! PKK! Autonome Antifa!“
ein (ex-)antifa packt aus und gesteht: Ich war auch in Köln und outet sich als Freund des Spektakels.
Eigentlich war ich ja am überlegen, ob ich so aus der Ferne betrachtet, etwas über das Kölner Wochenende schreiben sollte.
Im Vorfeld kristallisierte sich ja bereits meine Berfürchtung, dass die Häßlichkeit bundesrepublikanischer Gutmenschen aller Coleur alle inhaltlichen Grenzen überwinden und in der Volksfront gegen Rechts aufgehen werde.
Ohne Zweifel: Die Verhinderung dessen, was sich als „Anti-Islamisierungs-Kongress“ ausgab ist eine sehr erfreuliche Nachricht. Eine Blamage nach der Anderen; Pro-Köln wird sich so schnell nicht erholen können. In Anbetracht der mageren Teilnahme, der Absage europäischer Rechter, die sie zu vereinen angetreten sind; sie sind in ihrem eigenen Anspruch vollkommen gescheitert; selbst in der rechten Szene in Deutschland ist Pro-Köln nicht mehrheitsfähig. Eine deutliche Absage.
Jedoch gibt ist keinerlei Grund zur unreflektierten Freude. Was sich am Wochenende in Köln abgespielt hat, wirft die Antifa einige Jahre zurück. Selbst wenn das Konzept, „gegen Rechts als kleinster gemeinsamer Nenner“ unter der Führung des Kölner Oberbürgermeisters Schramma aufgegangen ist, bestehen höchste Zweifel, um welchen Preis der Erfolg verbucht wurde.
Den Karnevalsverein Pro-Köln als Fixpunkt für antifaschistische Agitation auszuloten, ist mehr als lächerlich und zeugt von plumper Ignoranz, dass es zum erklärten Ziel des neuen Deutschlands gehört, sich antifaschistisch zu geben.
Das postnazistische Deutschland kann es sich nicht leisten, offen antisemitisch und rassistisch aufzutreten. Von seiner Geschichte gelernt zu haben ist das Gründungsmythos der Volksgenossen.
Bundesrepublikanische Interessen, Aussenhandelsbilanz und das Ansehen Deutschlands standen auf dem Spiel. Die Antifa hat sich, so sehr sie sich in ihrer Tapferkeit und Entschlossenheit lobt und der Eigenverbuchung, das sie ausschlaggebend für die Verhinderung des Kongresses gewesen sein sollen, sich zum verlängerten bewaffnetem Arm der Volksfront gegen Rechts modellieren lassen, selbst wenn Distanzierungsbemühungen keinerlei Konsequenz zeigten.
So bleibt für den Moment nicht viel zu sagen und ein Verweis auf folgenden Artikel finde ich ist mehr als ausreichend.
Lizas Welt über das Wochenende
Die Vorträge
Geschichte der Antifa
Der Gestus der Kritischen Theorie. Versuch einer Einfuehrung
Der Grosze Satan – Zur Kritik des Antiamerikanismus
Der Iran und die Atombombe
und die abschliessende Podiumsdiskusssion über kommunistische Kritik und Praxis
können von nun an hier angehört werden.
Das Wochenende naht, die Antifa-Konferenz steht auf dem Programm.
In der aktuellen Jungle-World hat Klaus Blees – Teilnehmer an der Podiumsdiskussion am Sonntag – zu dem Text der Gruppe TOP aus der letzten Jungle World Stellung genommen, die der Meinung sind, dass zunehmende Diskriminierung und Stigmatisierung von Muslimen die Islamisierung vorantreibe.
Dazu Blees:
„Der Versuch von TOP, die Hinwendung muslimischer Migranten zu islamistischen Weltdeutungen wesentlich mit ihren Ausgrenzungs- und Stigmatisierungserfahrungen in der Diaspora zu erklären, läuft auf eine teilweise Entschuldigung hinaus“
„Doch lässt diese Erklärung die Frage offen, warum vergleichbare Prozesse bei nichtmuslimischen Migranten in der Regel nicht stattfinden“
„Obendrein ist zu fragen, warum sich die Ausgegrenzten muslimischer Herkunft denn nicht Bürgerrechtsinitiativen, linken Gruppen oder Gewerkschaften anschließen, wenn sie gegen Unterdrückung kämpfen möchten, und sich stattdessen einer repressiven, das Gegenteil von Freiheit anstrebenden Kultur unterwerfen“
den ganzen Artikel gibt es hier zu lesen.

Vom 06.08-10.08 findet im AZ Mühlheim das Antifacamp statt. Programm und weitere Infos findet ihr hier
Auch ich werde, wenn nichts anderes dazwischenkommt, vor Ort sein und meine Eindrücke schildern.